Es geht manchmal schneller als man denkt, das die Firmware eines Geräts defekt wird. Da ich die DD-WRT Firmware aufgrund der erweiterten Funktionspalette anstatt der regulären von Linksys aufspielen wollte, habe ich den Router entsprechend geflashed und die Firmware aufgespielt. Da der WRT54G auf Linux basiert wollte ich auch endlich eine Firmware haben, bei der ich in der Shell auch selbst machen kann, worauf ich Lust habe
Der Telnetzugang war auch gleich möglich, nur die Web-GUI war mit Standardlogindaten nicht nutzbar. Sämtliche Loginversuche schlugen fehl. Daher habe ich den Router neu gestartet, durch langes Drücken von Reset auf auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und dabei ist die Firmware wohl hops gegangen. Kein Anpingen, gar nichts war mehr möglich. Lediglich auf die plötzlich nur noch nervös aber regelmäßig blinkende Power-Diode war verlass…
Die Möglichkeit per tftp die Firmware neu aufzuspielen hatte ich leider nicht, da ich boot_wait nicht gleich richtig gesetzt hatte. Scheinbar kommt so etwas ja mehreren Leuten vor, aber so wirklich weitergeholfen haben mir nur die Seiten von Skynet, welche auf Deutsch die Fehler schön beschreibt (aber ich wollte nicht gleich mit dem Lötkolben basteln gehen…) und vor allem Void Main’s WRT54G Tip.
Auch wenn die Methode rabiat erscheint, sie hat funktioniert.
Auch wenn etliche andere Seiten davor gewarnt haben, ein Versuch war es mir wert. Gehäuse geöffnet, PINs kurzgeschlossen, nach ein paar Versuchen lief die Kiste wieder…
Inzwischen läuft der fast schon aufgegebene Router einwandfrei mit DD-WRT.
Trotz des kleinen Ärgers und der verlorenen Zeit habe ich die Umstellung nicht bereut. Jeder braucht eben sein Spielzeug
Aber der Satz Never change a running system wurde mir einmal mehr sehr schnell klar. Denn gerade dann, wenn es mal schnell ein Server- oder Software- oder Firmware-Update sein soll, kann es nur schief gehen. Murphys Law lässt grüßen…